Käseinsel São Jorge

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Käseinsel São Jorge © Turismo de Portugal

Immergrünes Hochland, senkrecht ins Meer abfallende Steilküsten und rauschende Wasserfälle: Die Azoreninsel São Jorge ist ein Garten Eden für Wanderer und Naturfreunde, denen sich in jeder Himmelsrichtung eine überwältigende Naturkulisse bietet. 200 kleine Vulkankegel mit Bergseen und Sumpfgebieten reihen sich auf São Jorge aneinander, während sich an den Hängen Weinreben emporranken und die fruchtbare Lavaerde exotische Früchte wie Kaffeebohnen und Bananen hervorbringt.

Wissenswertes zu Geografie und Geschichte

Das Atlantikeiland São Jorge ist von den Inseln Faial, Graciosa, Terceira und Pico umgeben und bildet den Mittelpunkt der zentralen Azorengruppe. Die mit einer Fläche von 233,5 km² viertgrößte Azoreninsel besitzt die lang gestreckte Form einer spitz zulaufenden Messerschneide und erstreckt sich auf eine Länge von 53 Kilometern, während die maximale Ausdehnung lediglich acht Kilometer beträgt. 1439 erstmals urkundlich erwähnt, wurde São Jorge bereits einige Jahre später von Landwirten, Handwerkern und Händlern aus Portugal und Flandern besiedelt. Vom 16. bis 19. Jahrhundert litt die Bevölkerung an den Folgen von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Piratenüberfällen und Missernten, erst das Aufkommen von Fisch- und Walfang im 19. und 20. Jahrhundert stabilisierte die ökonomische Lage. Bis heute leben die meisten der rund 10.500 Bewohner von der Agrarwirtschaft, wobei der Milchwirtschaft und Käserei die bedeutendste Rolle zukommt.

Tropische Lavazungen

Eine Besonderheit São Jorges bilden die Fajãs, flache, mit saftigem Grün bewachsene Lavazungen, die teils durch Erdbeben und Erdrutsche, teils aus ausgekühlter Lava entlang der Küstenlinie entstanden sind. Die Fajãs sind äußert fruchtbar, denn die Vulkanerde bildet den idealen Nährboden für diverse Nutzpflanzen wie Bananen, Kaffeebohnen, Kartoffeln und Orangen. Allerdings liegen die rund 50 wind- und nebelgeschützten Landzungen derart abgeschieden, dass sich die landwirtschaftliche Nutzung aufgrund der beschwerlichen Transportwege kaum bezahlt macht. Daher sind nur noch wenige Fajãs ganzjährig besiedelt. Eine der schönsten Fajãs ist die Fajã de Santo Cristo, die ausschließlich über den Wasserweg beziehungsweise über einen circa fünf Kilometer langen Fußweg von der Fajã dos Cubres aus erreichbar ist. Der Fußmarsch macht sich bezahlt, denn die Lagune umfasst einen kleinen Mineralwassersee, wo Herzmuscheln gezüchtet werden und Besucher schwimmen und surfen können – vorausgesetzt sie schleppen ihre Ausrüstung mit.

Wanderidyll mit kulturellen Highlights

São Jorge begeistert seine Gäste mit attraktiven Wanderwegen, die an einer reichen Flora mit Hortensienhecken, Sichel- und Drachenbäumen vorbeiführen. Abenteuerlustige Touristen können bei erfahrenen Höhlenführern Erkundungstouren durch die beiden Höhlen Algar do Montoso und Algar das Bocas do Fogo buchen, die sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen Spaß machen. Wassersportler haben im Norden der Insel, etwa in der Fajã de Santo Cristo, die Möglichkeit zu surfen, auch Ausflüge mit dem Segelboot und dem Kajak sind beliebt. Mit Calheta, Topo und Velas besitzt São Jorge drei kleine Städtchen mit Einzelhandelsgeschäften, Hotels, Restaurants, wo inseltypische Spezialitäten wie Zimtschnaps, Kaffee, Käse sowie die Süßspeisen Coscorões und Espécies angeboten werden. In den blumengeschmückten Kleinstädten befinden sich die architektonischen, historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten wie der Kirchturm von Urzelina (die Kirche wurde durch einen Vulkanausbruch 1808 verschüttet, nur der Kirchturm ragt hervor), die Barockstilkirche Igreja de Santa Barbára, das Museum für Kirchenkunst neben der Kirche Igreja Matriz de São Jorge in Velas sowie das Volkskundemuseum von Calheta.

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