Rabeninsel Corvo

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Rabeninsel Corvo © Turismo de Portugal

Die kleinste Azoreninsel Corvo verkörpert aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage inmitten des Atlantiks den Inbegriff von Isolation und Ursprünglichkeit. Die Insel, deren portugiesischer Name Rabe bedeutet, liegt im Nordwesten des Azorenarchipels und ist bei Ruhe suchenden Tauchern, Vogelbeobachtern und Wanderern gleichermaßen beliebt.

Wissenswertes über Entdeckung und geografische Position

Mit einer Fläche von lediglich 17 km² und einer Bevölkerungszahl von nur 430 Einwohnern ist Corvo die kleinste der neun bewohnten Azoreninseln. Das Eiland erstreckt sich auf eine Länge von 4 Kilometern und eine Breite von 6,3 Kilometern. Corvo liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Flores und gehört zur Gruppe der westlichen Azoren. Gemeinsam mit Flores im Jahr 1452 entdeckt, setzte der Legatskapitän Gonçalo de Sousa etwa 100 Jahre später einige Sklaven auf Corvo aus, um die landwirtschaftliche Nutzung der Insel in Gang zu bringen. Um 1580 ließen sich Landwirte und Schafshirten aus Flores auf der Insel nieder. Sie machten das Land urbar und führten Nutztiere wie Schafe, Schweine, Esel und Pferde ein. Bis heute sind etwa 90 % der Bevölkerung in der Agrarwirtschaft tätig. Nach einer friedlosen Periode vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, als Seeräuber die hart arbeitende Bevölkerung um ihre kargen Erträge brachten, sind auf Corvo längst wieder Ruhe und Frieden eingekehrt.

Kleinste Hauptstadt Europas

Wie die anderen Azoreninseln wird Corvo von einem erloschenen Vulkan geprägt und verfügt über ein fotogenes, sehr grünes Landschaftsbild. Im Gegensatz zu den anderen Inseln des Archipels ist Corvo allerdings touristisch kaum erschlossen. Die meisten Besucher verbringen ihren Urlaub auf der Nachbarinsel Flores und besuchen Corvo im Rahmen eines Tagesausfluges. Die Insel ist ideal für Menschen mit schlechtem Orientierungssinn, denn sie besitzt nur wenige Straßen und eine einzige Stadt. Vila Nova befindet sich im Süden der Insel östlich des kleinen Inselflughafens und bekam 1832 das Stadtrecht verliehen. Somit ist Vila Nova die kleinste Hauptstadt Europas. Sie beherbergt fast die gesamte Inselbevölkerung und besteht hauptsächlich aus weiß getünchten Bauernhäusern mit roten Dächern. Shoppingcenter und Fast-Food-Restaurants sucht man hier vergebens, ein Gericht oder Gefängnis gibt es ebenfalls nicht. Wozu auch, schließlich ist Kriminalität auf Corvo ein Fremdwort.

Ausflugsziel Corvo

Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Corvo langsam modernisiert. Die Hauptstraße wurde asphaltiert und manche Bewohner kauften sich ein Moped oder ein Auto. Musste Hilfe für Kranke oder Verletzte vor der Erfindung des Funks noch mittels Rauchzeichen herbeigerufen werden, haben sich mittlerweile ein Arzt und ein katholischer Priester auf der Insel niedergelassen. Die Unterkunftsmöglichkeiten sind nach wie vor bescheiden und bestehen aus privat vermieteten Zimmern. Die Hauptattraktion von Corvo ist der rund zwei Millionen Jahre alte Vulkankrater. Der Aufstieg dauert etwa zwei bis drei Stunden, wer den Fußmarsch nicht auf sich nehmen möchte, kann zum Krater hinauffahren. Im Westen stürzt der Vulkan steil ins Meer ab, die grasüberzogenen Innenhänge fallen 300 Meter in die Tiefe. Im Vulkankessel, der eine durchschnittliche Breite von rund 2,3 Kilometern erreicht, befindet sich eine kleine Seenlandschaft. Die Küstenregion Corvos zeichnet sich durch verwitterte Steilhänge und ausgezeichnete Tauchspots aus, wer mit dem Boot einen Ausflug unternimmt, kann Meeresvögel, Delphine und Wale beobachten.

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